Florian die Fledermaus und das Haus ohne Ausweg (eine Fledermausgeschichte)
Manche meiner Geschichten haben sich tatsächlich so ereignet, wie ich sie euch erzähle, wobei ich natürlich nicht genau weiß, was die Tiere gedacht haben, als ihnen das passiert ist. Aber dafür bin ich ja da ;-) So war es auch bei Florian, der Fledermaus, der sich eines Nachts verflogen hatte. Was für ein aufregendes Abenteuer er dabei erlebte, das erfahrt ihr in meiner Fledermausgeschichte.
Hinweis: Alle Geschichten wurden von mir selbst verfasst und sind kostenlos. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.
Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde diese Tiergeschichte für Kinder und Erwachsene vorlesen und/oder kostenlos ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!
Florian die Fledermaus und das Haus ohne Ausweg
„Was für eine herrliche Nacht", dachte Florian, als er mal wieder eine seiner Runden drehte. Wie auch jede andere Fledermaus war er immer nur nachts unterwegs, da er ohnehin sehr schlechte Augen hatte. Dafür konnte er sich in der Dunkelheit umso besser orientieren, da er mit Hilfe von Ultraschallwellen erkannte, wo er gerade hinflog. Da Menschen diese Ultraschallwellen jedoch nicht wahrnehmen, kann Florian meist unbemerkt in der Dunkelheit durch die Lüfte fliegen.
Mit Einbruch der Dämmerung hatte er sein Versteck verlassen und begonnen sich auf die Jagd nach Insekten zu machen. Plötzlich hörte er ein lautes Knurren, dass eindeutig aus seinem Magen kam. „Du hättest mich nicht so laut daran erinnern brauchen, dass ich Hunger habe", sagte er in Gedanken zu seinem Magen. „Das habe ich auch so schon bemerkt".
Natürlich antwortete sein Magen nicht, aber es wurde wirklich Zeit endlich ein paar Insekten zu finden, damit er nicht mehr so hungrig war. Florian bog nach rechts ab und begab sich auf seine Lieblingsjagdrunde. Zunächst flog er um das große Haus mit den zwei Haustüren herum und schoss dann blitzschnell um die Hausecke direkt auf die Laterne am Straßenrand zu. Dort tummelten sich wieder allerhand Insekten, sodass Florian nur sein kleines Maul mit den spitzen Zähnen öffnen musste und schon hatte er drei Mücken und eine Motte auf einmal erwischt. Lecker!
Mit ein paar kräftigen Flügelschlägen flog die kleine Fledermaus wieder etwas höher und in einem Bogen an der anderen Seite des Hauses entlang. Herum um die nächste Ecke und gleich nochmal um die Ecke um wieder zur Laterne zu kommen, doch was war das? Erschrocken bremste Florian ab und lenkte seinen Flug gerade noch so nach links, als vor ihm plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftauchte. Doch auch dort erkannten seine empfindlichen Ohren mit Hilfe der Ultraschallwellen ein Hindernis.
Schnell reagierte er indem er mit den Flügeln schlug, um nach oben auszuweichen, aber auch dort ging es nicht weiter. Er bremste ab und versuchte wild flatternd einen Ausweg zu finden. Da entdeckte er einen schmalen Spalt in einer der vielen Wände, die plötzlich scheinbar überall um ihn herum aufgetaucht waren und schnell flog er hindurch, um wieder in die Freiheit zurückzukehren. Aber da irrte er sich.
***
Minutenlang flog er nun schon herum, doch überall waren Wände und nahmen scheinbar auch kein Ende. "So sieht es also in einem Haus der Menschen aus", dachte sich Florian. Vermutlich war er vorhin zu früh abgebogen und war, anstatt um das Haus herumzufliegen, durch ein offenes Fenster hinein geflogen, welches er durch seine Verwirrung jedoch nicht mehr entdeckt hatte.
Nachdem er zwar recht schnell aus dem kleinen Zimmer herausgefunden hatte, war er nun in einem Hausflur mit einem Treppenhaus und vielen Türen angekommen. Doch egal ob er nach oben oder unten, nach links oder rechts flog, nirgendwo fand er einen Ausweg und auch das Zimmer, in dem er zuerst war, schien nun verschlossen zu sein.
Plötzlich hörte er Geräusche im Haus und flog daraufhin noch etwas vorsichtiger durch den Flur. Da, endlich entdeckte er eine offene Zimmertür und flog hindurch. Ein frischer, angenehm kühler Luftzug kam ihm von einem offenen Fenster entgegen, doch als er bereits freudig darauf zuflog, musste Florian erneut im letzten Moment abbremsen und umkehren. „Das Fenster ist offen, aber trotzdem scheint ein Gitter davor zu sein", stellte die Fledermaus erschrocken fest, nur um im nächsten Augenblick erneut zu erschrecken. "Ein Mensch", schoss es Florian durch den Kopf und panisch versuchte er der Gefahr irgendwie auszuweichen.
Obwohl es in dem Zimmer immer noch dunkel war, schien der Mensch ihn ebenfalls entdeckt zu haben, denn als Florian auf ihn zuflog duckte dieser sich und rief erschrocken „Huch!" Daraufhin sagte eine weitere Menschenstimme: „Guido, ist alles okay? Geht es Dir gut?" „Ja", erwiderte dieser, „aber ich glaube hier ist eine Fledermaus im Zimmer."
***
Währenddessen flatterte Florian immer noch wild im Kreis herum und suchte nach einem Ausweg. Der erste Mensch hatte inzwischen die Zimmertür geschlossen und ging zum Fenster, wodurch nun auch dieser Ausweg endgültig versperrt war. Florian verzweifelte immer mehr. Wie sollte er jemals wieder hier herauskommen? Schließlich hörte man über die Menschen normalerweise nichts Gutes in Bezug auf Fledermäuse. Sie schrien laut, wenn sie welche sahen, versuchten sie mit ihren langen Besen zu schlagen oder sie zu fangen.
Doch als er eine weitere Runde durch das Zimmer geflogen war, bemerkte er plötzlich, dass das Gitter vor dem Fenster verschwunden war und auch der Mensch stand nicht mehr davor. Florian nutzte die Gelegenheit, flog so schnell es ging auf das offene Fenster zu und hinaus in die Freiheit. Erleichtert segelte er in einem großen Bogen weg vom Haus und atmete erstmal kräftig durch. "Das ist ja gerade nochmal gut gegangen", dachte die kleine Fledermaus. "Zum Glück sind manche Menschen scheinbar doch ganz nett."
Schließlich flog Florian noch ein paar Runden über ein großes Feld, bis sich sein Magen erneut lautstark meldete. Daraufhin kehrte er zum Haus und der Laterne zurück, um wieder auf die Jagd zu gehen. Aber in Zukunft würde er immer ganz genau aufpassen, wo er hinfliegt.
ENDE
© 2025 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de - Tiergeschichten für Kinder
>>> Geschichte drucken (.pdf-Datei)
Weitere Tiergeschichten für Kinder, Erwachsene & Senioren
- Florian die Fledermaus und das Haus ohne Ausweg (spannend)
- Leon, Mia und die Zahnmotten (spannend und lehrreich)
- Familie Eichhörnchen und der Wintervorrat (interessant)
- Jacky macht Urlaub (eine relativ kurze Hundegeschichte für Kinder und Erwachsene)
- Milo geht baden (eine lustige Hundegeschichte)
- Milo und Leon, der neue Mitbewohner (eine lustige Hundegeschichte)
- Hoppel und Stoppel machen einen Ausflug (Zwei Kaninchen haben viel Spaß)
- Kater Erdbeerla auf Hausbesuch (eine Katze will schmusen)
- und natürlich die Geschichten von Familie Maus
Alle Geschichten von Prinzessin Clara (Märchen zum Vorlesen)
- Prinzessin Clara (1): Siegfrieds Geheimnis (spannend; erstes Prinzessin Clara Märchen)
- Prinzessin Clara (2): Eine aufregende Entdeckung (spannend; erste Märchen-Fortsetzung)
- Prinzessin Clara (3): Eine magische Unterhaltung (spannend, lustig; zweite Märchen-Fortsetzung)
- Prinzessin Clara (4): Die Suche beginnt (spannend, lustig; dritte Märchen-Fortsetzung)
- Prinzessin Clara (5): Das Wiedersehen (spannend, emotional; vierte Märchen-Fortsetzung)
- Ellie, die kleine Waldfee und die traurige Prinzessin (spannend, etwas romantisch; Vorgeschichte von Prinzessin Clara)
Weitere Kindergeschichten von mir
- Kernies freier Tag (lustig und interessant)
- Kernie und der Superheldentag (natürlich super ;-))
- Lena geht übers Wasser (lustig und interessant)
