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Ellie, die kleine Waldfee und die traurige Prinzessin (Märchen)

In diesem Märchen trifft Ellie, die kleine Waldfee, eine traurige Prinzessin. Natürlich versucht sie dieser zu helfen und so entsteht eine schöne und spannende Geschichte, die Jungen und besonders Mädchen hoffentlich gefallen wird. Hinweis: Alle Geschichten auf dieser Website wurden von mir selbst verfasst und sind kostenlos. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde dieses Märchen vorlesen und/oder ausdrucken (kostenlos). Dafür ist es ja da :-) Viel Spaß!!!

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Ellie, die kleine Waldfee und die traurige Prinzessin

Es war einmal ein großer Zauberwald, in dem eine kleine Waldfee mit dem Namen Ellie lebte. Sie war stets fröhlich und freute sich darauf jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Heute war wieder einer dieser herrlichen Frühlingstage, an denen die Sonne schon am Vormittag so kräftig schien, dass man denken konnte es wäre bereits Sommer. Ellie, die kleine Waldfee, stand auf einer Lichtung mitten im großen Zauberwald und suchte nach Walderdbeeren. Sie liebte Walderdbeeren.


Während sie den Waldboden mit ihren Augen absuchte und auch unter jedem Busch nachsah, hörte sie plötzlich ein Geräusch. Es klang wie ein leises Schluchzen. Weinte da etwa jemand? Ellie vergaß die Walderdbeeren und ging ein paar Schritte der Sonne entgegen. Da sah sie eine junge Frau an einem Baum sitzen, die bitterlich weinte.


„Hallo, wer bist du denn?“, fragte Ellie. Die junge Frau hörte vor lauter Überraschung auf zu weinen. „Huch, wo kommst du denn her? Was trägst du denn für einen Umhang und was ist das für ein Stab in Deiner Hand? Ist das ein Zauberstab? Bist du etwa eine Fee?“, fragte sie ungläubig. „Ja, das bin ich,“ antwortete Ellie schmunzelnd „und mein Name ist Ellie. Aber wie ist denn Dein Name?“ „Es gibt also wirklich Feen und sie können sogar sprechen!?“, entgegnete die junge Frau immer noch ungläubig. „Aber natürlich gibt es Feen, wenn auch leider nicht mehr sehr viele und wir können auch sprechen, sowohl mit den Menschen als auch mit Tieren und sogar mit vielen Pflanzen.“


„Das wusste ich nicht, ich habe noch nie eine Fee getroffen,“ sagte die junge Frau. „Entschuldige bitte, mein Name ist Clara.“ „Schön dich kennen zu lernen, Clara. Verrätst du mir auch, warum du so traurig bist? Ich habe gehört, wie du geweint hast.“


„Ach Ellie, ich bin eine Prinzessin und soll mit einem eingebildeten Prinzen aus einem anderen Königreich vermählt werden, obwohl ich jemand anderen liebe. Mein Vater, der König, wollte das nie, aber wir sind ein armes Königreich und hatten seit drei Jahren keine gute Ernte mehr, da der wichtigste Fluss in unserem Königreich plötzlich versiegte. Bei der Suche nach der Ursache ritt mein Vater mit einigen seiner Ritter flussaufwärts. Ein gutes Stück entfernt von der Quelle gelangten sie an einen undurchdringlichen Dornenwald, der ihnen den weiteren Weg versperrte.


Als sie daraufhin versuchten sich mit Äxten und Schwertern durch das Dickicht zu kämpfen, wuchsen die abgeschlagenen Zweige und rankten jedoch so schnell wieder nach, dass sie nicht hindurchkamen. Sie wurden sogar selbst von den Ranken angegriffen und gefesselt und konnten sich nur mit Müh und Not befreien. Daraufhin versuchten sie mit Feuer hindurch zu gelangen, doch weder mit Fackeln noch mit Brandpfeilen ließ sich der Dornenwald in Brand stecken, so dass sie erfolglos wieder abziehen mussten. Es war als würde ein Zauber verhindern, dass jemand zur Quelle gelangen könnte.


Das Volk hungert, obwohl mein Vater schon seine Schatzkammer geleert hat, um den Menschen in seinem Königreich beizustehen. Er hat in anderen Königreichen Getreide und Vieh gekauft, aber die Dürre hält an und ohne die Hilfe eines anderen Königs wird unser Volk verhungern. Ich bin ihm das Liebste was er hat, aber es gibt keinen anderen Ausweg als diese Hochzeit.“


„Du Ärmste,“ erwiderte Ellie nachdenklich. „Aber vielleicht kann ich dir helfen. Der König scheint ein sehr großzügiger Mann zu sein und hätte sicher Hilfe verdient.“


„Ja, das ist er. Aber wie könntest du uns helfen?“


„Nun, dies ist ein Zauberwald und vielleicht kann ich herausfinden, warum der Fluss seit 3 Jahren versiegt ist und was man dagegen unternehmen kann.“


„Das würdest Du tun?“ „Aber natürlich, sehr gerne. Ich habe gespürt, dass du die Wahrheit sagst und ihr habt jede Hilfe verdient, die ihr bekommen könnt. Komm morgen zur Mittagszeit wieder hierher, dann berichte ich dir, was ich herausgefunden habe. Nur versprechen kann ich dir nichts.“


„Ich danke dir, liebe Ellie. Nun habe ich zumindest wieder etwas Hoffnung“, sprach die Prinzessin und verabschiedete sich.


Am nächsten Tag wartete Clara schon am vereinbarten Treffpunkt, als Ellie dort eintraf. „Hallo Clara“, rief sie, „ich habe interessante Neuigkeiten für Dich.“


„Hallo Ellie, hoffentlich hast Du herausgefunden, was geschehen ist und was wir tun können.“


„Ja, das habe ich, aber es wird nicht einfach werden“, erwiderte Ellie nachdenklich.


„Damals, nach dem Tod deiner Mutter, versuchten mit der Zeit viele Damen von edlem Geblüht, die Gunst deines Vaters zu erlangen. Doch er wies sie alle ab, da sie alle nicht halb so viel Güte in sich trugen, wie deine Mutter. Einer von ihnen gelang es jedoch fast seine Liebe zu gewinnen, doch er bemerkte noch rechtzeitig, dass sie ein falsches Spiel spielte.“


„Ja, das war die Hexe Grandova, die ihn mit einem Liebeszauber belegt hatte. Doch eines Tages, als die Wirkung nachließ, blieb mein Vater länger fort auf einer Reise und so verlor der Zauber seine Wirkung. Als er erkannte, was geschehen war, ließ er sie hinauswerfen und verbannte sie aus seinem Königreich“, erwiderte Clara.


„Genau, so war es“, fuhr Ellie fort. „Daraufhin ließ die böse Hexe, durch einen Zauberspruch, die Quelle durch einen großen Felsbrocken verschließen, auf dass der Fluss versiegen würde. Außerdem ließ sie unterhalb davon einen dichten Wald, durchzogen von magischem Dornengestrüpp wachsen, den kein Mensch durchdringen kann. Nur wer wahrhaft liebt, kann diesen Zauber brechen.“


„Dann ist es also wahr, was man sich erzählt, dass dieser Dornenwald verhext ist“, stellte Clara mit Schrecken fest. „Doch ich bin wahrhaft verliebt und ich werde diesen Zauber brechen. Mein geliebter Siegfried ist zwar nur ein einfacher Stallbursche, doch ich liebe ihn über alles. Würdest du mich begleiten und mir den Weg zeigen, Ellie?“


„Sehr gerne, Clara. Wenn wir gleich aufbrechen, können wir es heute noch schaffen. Setz dich einfach hinter mir auf diesen dicken Ast und halte dich gut an mir fest.“ Dabei hob sie einen breiten Ast vom Boden auf und setzte sich auf ihn, wie auf einen Hexenbesen. „Und damit kommen wir schneller voran?“, fragte Clara ungläubig. "Natürlich, das ist gar kein Problem für mich.“ Also stieg Clara hinter Ellie's Rücken auf den Ast und schlang die Arme um die kleine Fee. Daraufhin sagte Ellie einen kurzen Zauberspruch und tippte mit ihrem Zauberstab auf den Ast und schon flogen sie los. Die kleine Fee steuerte gekonnt durch den Zauberwald und aus ihm heraus, bis sie das ausgetrocknete Flussbett erreichten. Von dort aus ging es immer den Flusslauf entlang zur Quelle des Flusses.


Nur 2 Stunden später erreichten sie den Dornenwald. Doch was sollten sie nun tun? Zunächst suchte Clara nach einem Durchgang oder zumindest einer Stelle die breit genug war, um hindurch zu schlüpfen. Doch wie schon die Soldaten des Königs vor ihr, hatte sie keinen Erfolg. Auch Ellie konnte nichts erreichen. Sie sprach auf die Bäume und Sträucher ein, doch diese antworteten nicht, als wenn sie sich selbst in einem tiefen Schlaf befinden würden. Schließlich rief die Prinzessin, die auf keinen Fall aufgeben wollte: " Komm heraus du böse Hexe und zeige dich. Ich bin hier, um deinen Zauber zu brechen."


Da kam ein Rabe angeflogen, landete vor ihnen und verwandelte sich in die böse Hexe. Sie war eine schöne Frau, doch in ihrem Gesicht konnte man die ganze Boshaftigkeit erkennen, die in ihr steckte. „Ja, wen haben wir denn da, die stets so liebe Prinzessin Clara“, sagte sie mit einem bösen Lächeln. „Was willst du denn hier?“ „Ich will mein Volk von der Dürre befreien, die du über uns gebracht hast.“


„Wen interessieren schon die Menschen in deinem Königreich? Für mich hat sich der König ja auch nicht interessiert, nachdem er mich doch schon zu seiner Gemahlin nehmen wollte. Es geschieht ihm ganz recht, dass sein Volk nun hungern muss.“ „Du hast ihn mit einem Liebeszauber für dich gewonnen, sonst hätte er gleich durchschaut, wie böse du bist“, entgegnete Clara wütend. „Ach Kindchen, die Liebe hat immer mit einem Zauber zu tun, ich habe lediglich ein wenig nachgeholfen und wahre Liebe gibt es ohnehin nicht.“


„Da irrst du dich gewaltig und ich werde es dir beweisen. Was muss ich tun, um den Zauber zu brechen?“, fragte Clara entschlossen. „Beweise mir, dass es die wahre Liebe doch gibt und ich löse den Zauber. Doch bedenke, dass ich dich in Stein verwandeln werde, wenn du versagst. Und du wirst versagen, denn nirgendwo gibt es die wahre Liebe“, antwortete die Hexe.


„Nun höre gut zu. Wenn du die Prüfung ablegen willst, dann werde ich dir deinen Liebsten zeigen und dabei in dein Herz sehen und wenn es weiterhin für ihn schlägt, dann hast du die Prüfung bestanden.“ „Einverstanden“, erwiderte die Prinzessin, „lass uns beginnen.“


Die böse Hexe malte mit ihren Händen einen Kreis in die Luft und sagte: „Wer ist denn nun deine große Liebe, Prinzessin?“ „Es ist Siegfried, der Stallbursche, mit dem ich zusammen aufwuchs. Ich liebe ihn schon seit vielen Jahren und er liebt mich, doch da er nicht von königlichem Blut ist, können wir nicht zusammenkommen. Dennoch empfinden wir wahre Liebe füreinander.“ „Siegfried also, so sie her“, sprach die Hexe. „Ist er das?“ und der Kreis zeigte das Bild eines stattlichen, jungen Mannes, in der Kleidung eines Stallburschen. „Ja, das ist er“, antwortete Clara und lächelte.


Nun änderte sich das Bild und zeigte Siegfried, wie er eine junge, hübsche Dienstmagd in den Armen hielt und sie innig küsste. Clara spürte plötzlich einen Stich, wie von einem Messer in ihrem Herzen und ein Gefühl von Wut, Ohnmacht und Trauer zugleich, schien sie zu übermannen.


Die Hexe dagegen lachte triumphierend. Sah sie doch, wie die Liebe im Herzen der Prinzessin unter der Last der auf sie einströmenden, negativen Gefühle immer mehr schwand. Nur noch wenig trennte sie von ihrem Triumph, als Claras Liebe vollends zu erlöschen drohte.


Doch plötzlich begann die Hexe laut zu schreien: „Nein, das gibt es nicht, wie ist das möglich?“, rief sie wütend und ungläubig zugleich aus. Sie spürte wie die Liebe im Herzen der Prinzessin wieder stärker wurde und trotz deren Enttäuschung über ihren Geliebten so stark wurde, dass die Hexe ihren Zauber nicht länger aufrechterhalten konnte. Wie von einem Blitz getroffen, löste sich der Dornenwald plötzlich auf und verschwand, als hätte es ihn nie gegeben. Im gleichen Augenblick zerfiel auch der Felsbrocken, der die Quelle hinter dem Dornenwald verschlossen hatte zu Staub, der sogleich vom Wasser aus der Quelle hinfort gespült wurde. Der Zauber war gebrochen.


Aber das war noch nicht alles, denn auch mit der Hexe ging eine Verwandlung vor. Die Bösartigkeit und der Hass verschwanden aus ihrem Gesicht und plötzlich stand dort eine freundliche und liebevolle Hexe. Doch wie hatte das geschehen können? Clara und Ellie, die alles staunend mit angesehen hatte, wussten nicht was genau hier passiert war. Es war die Hexe, die als erste ihre Sprache wiederfand und so sagte sie: „Liebe Clara, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mich und damit auch dein Königreich erlöst hast. Ich selbst wurde einst von einer bösen Hexe verflucht, die mir meine Liebe nicht gönnte. Sie zwang mich genauso böse wie sie zu sein, bis ich auf die wahre Liebe treffen würde, die ich soeben bei dir gespürt habe.“


„Aber Siegfried liebt eine Andere und nicht mich“, erwiderte Clara traurig, „das hast du mir doch eben gezeigt. Dann ist das doch keine wahre Liebe zwischen uns.“


„So wird es auch fast jeder sehen, der in deine Situation kommt, denn auch du warst zunächst sehr verletzt. Doch dann hast du ihm zu Liebe auf dein Glück verzichtet und hast es ihm einfach nur gegönnt glücklich zu sein, auch wenn es für dich selbst eine große Enttäuschung ist. Doch genau damit hast du gezeigt, dass du ihn um seiner selbst liebst und dir sein Glück noch wichtiger ist als dein eigenes. Solch selbstlose Liebe ist wahrhaftig die wahre Liebe.“


„Nun denn, da habe ich also mein Königreich gerettet und muss nun niemanden heiraten, den ich nicht liebe, aber meine eigene große Liebe habe ich verloren, wie du mir ja soeben gezeigt hast. Irgendeinem hohen Preis zählt man wohl immer“, seufzte Clara.


„Ganz so ist es in deinem Fall nicht“, sagte die nun gute Hexe. „Das Bild, welches dir mein böses Ich zeigte, wer lediglich ein Trugbild. In Wirklichkeit hat Siegfried den ganzen Tag im Stall gearbeitet und macht sich inzwischen große Sorgen um dich, weil du schon so lange fort bist.“


„Wirklich?“, fragte Clara und als die Hexe nickte, da kamen ihr die Tränen, diesmal jedoch vor Glück.


Als Clara wieder nach Hause kam, hatte es sich schon herumgesprochen, dass der Fluss wieder Wasser führte. Außerdem hatte die Hexe einen Zauber gewirkt durch den alles verdorrte Getreide nicht nur wieder zum Leben erweckt wurde, sondern innerhalb weniger Tage voll ausgereift war und geerntet werden konnte. So hatte die Hungersnot ein schnelles Ende gefunden.


Der König aber war glücklich und stolz auf seine Tochter, die nicht nur das ganze Königreich gerettet hatte, sondern der dies mit ihrem guten Herzen gelungen war. Die Hochzeit mit dem ungeliebten Prinzen wurde abgesagt und stattdessen durfte die Prinzessin ihren Stallburschen Siegfried trotz seines niederen Standes heiraten. Der König verzieh der Hexe Grandova und es sah ganz so aus, als würden sich die beiden diesmal auch ohne falschen Liebeszauber näherkommen.


Doch was machte eigentlich Ellie? Sie verabschiedete sich nach der Hochzeit und ging wieder zurück in den Zauberwald. Von Zeit zu Zeit besucht Clara sie dort und dann bringt sie ihr immer ein paar Walderdbeeren mit.


ENDE


© 2021 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de


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