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Familie Eichhörnchen und der Wintervorrat

Hier findet ihr die Kindergeschichte von Familie Eichhörnchen und dem Wintervorrat. Hinweis: Alle Geschichten wurden von mir selbst verfasst. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde die Kindergeschichte vorlesen und/oder ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!


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Familie Eichhörnchen und der Wintervorrat

Es war ein schöner Tag im Herbst und Familie Eichhörnchen nutzte das schöne Wetter, um den bisher gesammelten Wintervorrat sicher zu verstecken. Sie lebten in einem kleinen Wald mit zahlreichen Felsen, die reichlich schmale Spalten und kleine Höhlen boten und sich ideal als Versteck für den Wintervorrat eigneten.


Doch wer ist eigentlich Familie Eichhörnchen? Sie besteht aus Mama, Papa und den Jungs Jan und Ben. Sie sind eine sehr sportliche Familie und können sehr gut klettern, turnen und springen, was ihnen bei der Nahrungssuche natürlich sehr hilft, denn so kommen sie in jeden noch so entfernten Winkel.


Als Papa nun neben einem Berg voller Nüsse in der Nähe ihrer Winterverstecke ankam, sagte er:“ Mama, passt Du bitte gut auf die Nüsse auf. Nicht, dass uns wieder das Gleiche passiert wie im letzten Jahr.“ „Aber sicher doch Schatz“, sagte Mama. Im letzten Jahr hatte sich ein großer Felsbrocken gelöst und die Nüsse komplett zerquetscht. Das war vielleicht ein schmerzhafter Anblick, wie sie dort so zertrümmert lagen. Aber es nutzte ja nichts und so hatten sie noch viele Tage sammeln müssen, um den Verlust auszugleichen.


Doch in diesem Jahr sollte das nicht passieren. Die Nüsse waren nachgewachsen und sogar noch größer und fester als im Jahr davor. Mama seufzte. Ach ja, Papa war schon ein toller Typ, wie er sich so um seine Familie kümmerte. Er war groß und durchtrainiert mit muskulösen Hinterbeinen und hatte einen langen, buschigen Schwanz. Aber er war nicht nur äußerlich ein Traum für jede Eichhörnchenfrau, sondern auch immer auf der Suche nach Futter für die Familie. Eigentlich lebten Eichhörnchen zwar nicht als Familie, aber sie waren eine Ausnahme und hielten fest zusammen.


Während Papa sich wieder auf den Weg machte, um weitere Vorräte zu besorgen, organisierte Mama die Unterbringung dessen, was sie schon hatten. „Ben, Du hast doch so einen strammen Schuss. Nimm doch bitte die Haselnüsse und schieße sie rüber zu Jan, der sich unter unserer großen Vorratsspalte aufstellt. Jan, Du kannst doch so gut springen. Deshalb hast Du die Aufgabe mit den Nüssen hochzuspringen und sie in unsere Spalte mit der kleinen Höhle dahinter zu werfen. Dort drin warte ich dann und räume die Nüsse so auf, so dass wir möglichst viele davon unterbringen. Wollen wir das so machen?“ „Ja Mama“, rief Ben begeistert, „Haselnüsse schießen mache ich doch besonders gerne.“ „Und ich liebe es hochzuspringen und die Nüsse dann mit voller Wucht in die Felsspalte zu werfen. Das macht richtig viel Spaß“, sagte Jan.


So gingen sie nun alle auf ihre Positionen und schossen, warfen und räumten die Haselnüsse durch die Gegend, bis schließlich alle sorgsam verstaut waren. Doch fertig waren sie noch lange nicht. Nun ging es weiter mit Walnüssen, getrockneten Früchten, wie z. B. Beeren, Maiskörnern, Sonnenblumen- und Kürbiskernen sowie Pilzen, die sie ebenfalls schon für den Winter gesammelt hatten. Diese holten sie aus den etwas weiter entfernten Verstecken, um sie nun in der Nähe ihrer Nester, die eigentlich Kobel heißen, aufzubewahren. Schließlich wollten sie während ihrer Winterruhe nicht so weite Strecken durch den Wald laufen müssen, um etwas zu essen zu bekommen.


Es war schon spät am Nachmittag, als sie endlich damit fertig waren und alles verstaut hatten. Allerdings fehlte noch eine Sache. Papa hatte nämlich in der Zwischenzeit sämtliche entfernten Verstecke mit Samen von Kiefern, Fichten und Tannen geleert und nun lag da noch ein ziemlich großer Haufen dieser Leckereien, der verstaut werden musste. Doch wohin damit? Alle Verstecke waren bereits voll. Da hatte Mama den rettenden Einfall: „Die Felsspalte,“ sagte Sie zu Papa, „die Samenkörner kommen in die Felsspalte.“ „Ach, Du meinst die mit den Haselnüssen. Ist die denn noch nicht voll?“ „Eigentlich schon, aber die Samenkörner sind ja viel kleiner als die Haselnüsse und auf den Nüssen und in den vielen kleinen Zwischenräumen ist noch genug Platz dafür.“


„Das ist die Lösung, das ist eine tolle Idee, Mama“, sagte Papa. „Also los, dann lasst uns die Samenkörner mal alle hoch in die Felsspalte tragen, denn zum Schießen sind sie zu leicht und springen und werfen würde nur Unordnung anrichten. Als Belohnung für unsere Arbeit habe ich dann noch eine Überraschung für uns alle. Ich habe nämlich dort hinten, an der Birke neben der Lichtung, eine frische Wunde in der Rinde entdeckt, aus der leckerer Birkensaft fließt. Da können wir uns heute noch so richtig satt futtern.“ „Hurra“, riefen Ben und Jan und auch Mama strahlte, als sie das hörte. Und so rannten sie alle noch viele Male zu der Felsspalte hoch und wieder hinunter, bis endlich alle Samenkörner sicher verstaut waren. Nun wurden noch ein paar kleine Steine und Zweige in den Eingang geschoben, bis ihre Nahrung sicher versteckt war. Dann waren sie endlich fertig und der Wintervorrat war vollständig verstaut.


Nun machten sie sich glücklich und zufrieden auf den Weg zur Birke und genossen das leckere Abendessen, welches sie sich heute wirklich mehr als verdient hatten.


ENDE


© 2021 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de


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Mehr über Eichhörnchen: Deutsche Wildtierstiftung; NABU

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