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Familie Maus feiert Weihnachten

Hier findet ihr eine Kindergeschichte Familie Maus feiert Weihnachten.  Eine Weihnachtsgeschichte für Kinder. Hinweis: Alle Geschichten wurden von mir selbst verfasst. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde die Weihnachtsgeschichte für Kinder vorlesen und/oder ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!


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Familie Maus feiert Weihnachten

Es war später Nachmittag, an einem kalten kalter Wintertag im Dezember und wurde bereits dunkel. Die Mäusekinder Laura, Lisa, Leonie und Ludwig waren auf den großen Kirschbaum im Garten geklettert und beobachteten „ihre“ Menschen. Während schon seit ein paar Wochen mit Einbruch der Dunkelheit viele Lichter in den Fenstern des Hauses, auf dem Balkon und im Garten erstrahlten, hatte sich nämlich noch etwas verändert. Im größten Zimmer der Menschen war, scheinbar über Nacht, ein großer Tannenbaum gewachsen. Diesen hatten die erwachsenen Menschen wunderschön mit vielen Anhängern und anderen Dingen geschmückt und in diesem Moment erstrahlte auch dieser Baum im Glanz hunderter kleiner Lichter.


„Ist das nicht wunderschön?“, fragte Leonie und schaute, wie ihre Geschwister, gebannt durch das Fenster. „Ja“, sagte Lisa „und seht nur, jetzt kommen die Kinder ins Zimmer.“ „Und was passiert denn nun?“, fragte Laura. „Wie schön, die Kinder bekommen bunte Pakete, die dort unter dem Baum gelegen haben und dürfen sie auspacken.“ „Schaut mal, was da so alles drin ist“, sagte Ludwig. „Das Mädchen hat einen ganz kleinen Menschen mit langen Haaren bekommen. Aber ich glaube der lebt nicht mehr.“ Ludwig schluckte erschrocken.


„Keine Angst Ludwig, das ist eine Puppe“, sagte Laura. „Die war nie lebendig, sondern wurde von den Menschen nur wie ein kleiner Mensch nachgebaut, damit die Kinder damit spielen können.“ „Puh, da bin ich aber beruhigt,“ sagte Ludwig. „Stellt euch mal vor, sie würden uns fangen und einpacken, um dann mit uns zu spielen.“ Ludwig schüttelte sich bei diesem grauenvollen Gedanken. „Dann ist das kleine Auto von dem Jungen also auch nur nachgebaut.“ „Aber ist das nicht eine tolle Idee?“, fragte Lisa. „Wie sich alle freuen und wie die Kinder strahlen, fast so wie der Baum. Wisst ihr was? Wir laufen jetzt ganz schnell zu Mama und Papa und erzählen ihnen was wir gesehen haben. Vielleicht können wir das ja morgen auch machen?“ „Jaaaa!“ riefen die anderen Mäusekinder wie aus einem Munde und schon rannten sie los.


„Langsam, langsam,“ sagte Mama Maus mit einem Schmunzeln, nachdem die Kinder alle gleichzeitig von ihrer aufregenden Beobachtung erzählen wollten. „Das was ihr gesehen habt, war das Weihnachtsfest der Menschen. „Das ist einmal im Jahr, im Winter. Dafür holen sie sich einen Tannenbaum ins Haus, den sie dann schmücken und am Abend bekommen die Kinder dann Geschenke. So nennt man die bunten Pakete, die sie auspacken können. Diese Geschenke bringt ihnen entweder das Christkind oder der Weihnachtsmann, um ihnen eine Freude zu machen.“


„Können wir das auch feiern?“, riefen die Kinder. „Bitte, bitte Mama!“ „Also gut, ich bespreche das gleich mal mit Papa und bitte ihn uns einen kleinen Tannenzweig zu suchen, den wir dann schmücken können, okay? Aber ob Christkind oder Weihnachtsmann auch zu Mäusekindern kommen, das weiß ich nicht, denn davon habe ich leider noch nie gehört.“ „Das macht nichts Mama,“ sagte Lisa. „Hauptsache wie können so einen schön geschmückten Zweig haben. Wir helfen auch alle mit.“


Und so kam es dann auch. Obwohl es draußen schon dunkel war, machten sich alle im Lichterschein gleich an die Arbeit. Papa Maus nagte einen Tannenzweig so ab, dass er immer noch zwei Mauslängen hoch war, als sie ihn in ihrer Hütte (der Gartenhütte der Menschen) aufstellten. Mama Maus hatte in der Zwischenzeit ein rotes Band gefunden, welches sie nun rundherum auf die kleineren, seitlichen Zweige von ihrem „Baum“ legte. Dann legten die Mädchen kleine Wattebälle auf die Zweige, die aussahen als wären es Schneekugeln. Aber wo war eigentlich Ludwig?


Sogleich ging Papa Maus hinaus in den Garten und entdeckte Ludwig, der gerade erfolglos an einer sehr langen Lichterkette zog. „Ludwig, was machst du denn da?“, fragte er. „Aber Papa, wir brauchen doch Lichter auf unserem Baum,“ sagte Ludwig „und da wollte ich so eine Lichterkette holen, aber die ist leider viel zu schwer. Ich habe aber eine Idee: Ich beiße die Lichterkette einfach durch. Dann ist sie nicht so lang und auch nicht so schwer.“


Papa Maus wusste, dass dies keine gute Idee war und rief noch: „Halt! Stopp! Tu’s nicht, Ludwig!“, aber es war schon zu spät. Ludwig hatte mit voller Kraft in das Kabel der Lichterkette gebissen. Im gleichen Augenblick gab es ein furchtbares, knisterndes Geräusch und Funken schlugen aus dem Kabel heraus und Ludwig um die Ohren. Jedes Haar von Ludwigs Fell stellte sich stocksteif auf, sein Schwanz wurde starr wie ein Stock, seine Beine zucken nach Außen, so dass er alle Viere von sich streckte und für den Bruchteil einer Sekunde sah es sogar so aus als würde er ein paar Zentimeter über dem Boden schweben. Dann hatte Ludwig den Kontakt zum Kabel glücklicherweise verloren und lag nun völlig benommen am Boden.


„Ludwig, ist alles in Ordnung?“ fragte Papa Maus, als er auf seinen Sohn zueilte. „Ich weiß es nicht, Papa.“ stammelte Ludwig noch ganz benommen. „Was war das denn? Ich spüre jetzt noch jede Stelle meines Körpers, von der Nasenspitze bis zu Schwanzspitze.“ „Na dann ist ja gut,“ sagte Papa Maus erleichtert. „Du hast einen Stromschlag bekommen, denn die Menschen benutzen so etwas wie die Blitze, die es bei einem Gewitter gibt, um ihre Lichter leuchten zu lassen.“ „Das können die?“, staunte Ludwig, der sich langsam wieder erholte. „Ja“, antwortete Papa Maus „und dabei hast Du noch Glück gehabt, dass dieses Kabel nur Strom von einer Batterie hatte und nicht direkt aus dem Haus, sonst wäre die Sache nicht so gut ausgegangen. Aber Deine Nasenspitze und Deine Tasthaare riechen schon etwas verkohlt.“ „Puh, da bin ich aber froh, dass nicht mein ganzes Fell verbrannt ist, denn dann wäre ich ja nackig und würde frieren,“ sagte Ludwig und dann lachten Papa und er los.


Ein klein wenig betrübt ging Ludwig dann mit Papa nach Hause, wo sie erzählten wieviel Glück er gehabt hatte. „Nun haben wir aber keine Lichter am Baum,“ sagte Ludwig traurig. „Aber das macht doch nichts,“ tröstete ihn Mama. „Hauptsache wir sind alle gesund und morgen früh feiern wir dann unser Weihnachten mit dem geschmückten Baum. Und nun ab ins Bett Kinder.“ „Gute Nacht Mama, gute Nacht Papa.“, antworteten die Kinder und krochen voller Vorfreude in ihre Betten.


Als am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch einen Spalt in die Hütte fielen, erwachte Ludwig als Erster. Es war sehr kalt, aber sein Fell hielt ihn schön warm. Sein Blick fiel gleich auf den Weihnachtsbaum und er traute seinen Augen kaum. „Laura, Lisa, Leonie!“, rief er, „wacht auf.“ Die Mädchen waren sofort hellwach und folgten seinem Blick. Da stand ihr Weihnachtsbaum und an seinen Zweigen funkelten Lichter im Schein der zarten Sonnenstrahlen.


„Ist das schön!“, flüsterte Leonie ganz gebannt. „Unser Baum ist ja noch viel schöner als der Baum der Menschen.“, sagte auch Lisa ganz leise. „Mama, Papa, wie habt ihr das denn geschafft?“, fragte Laura. „Nun wir haben gestern Nacht, nachdem ihr eingeschlafen wart, noch ein paar Wassertropfen gefunden und sie vorsichtig auf dem Baum verteilt. Über Nacht sind diese dann gefroren und durch das Sonnenlicht funkeln sie nun so schön.“ Die Kinder staunten nur, auf was für eine tolle Idee ihre Eltern doch gekommen waren.


„Da sind ja auch Geschenke!“, rief Ludwig plötzlich laut. Seine Schwestern hatten das auch gerade bemerkt. Tatsächlich lagen direkt unter dem Baum vier kleine Pakete. „Nun,“ sagte Mama Maus, „da wir nicht wissen welches Geschenk wem gehört, würde ich vorschlagen, dass jeder von euch eins aufmacht und ihr euch den Inhalt teilt.“ Die Kinder nickten aufgeregt und Laura durfte als erstes ein Geschenk öffnen. „Ein Stück Speck!“, rief sie freudig aus, „das riecht aber lecker.“ Als nächstes durfte Leonie auspacken. „Hier ist Käse drin!“, rief auch sie ganz begeistert. „Hmmm, der stinkt aber gut.“ Nun war Lisa an der Reihe. „Eine große Kugel, die aussieht wie eine Kartoffel, aber die ist ja aus Marzipan. Da läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen,“ stieß sie erfreut aus. Das letzte Geschenk durfte Ludwig öffnen. Langsam mache er es auf und dann sah er was es war: Ein großes Stück Schokolade. „Hurra, Schokolade!“, rief er laut aus und alle Mäusekinder jubelten über die tollen Geschenke.


Dann setzten sich alle zusammen vor ihren schönen Weihnachtsbaum, der immer noch funkelte und begannen sich das leckere Essen schmecken zu lassen. Natürlich bekamen Mama Maus und Papa Maus auch etwas ab und so hatte Familie Maus ein schönes Weihnachtsfest. Nur wo die Geschenke herkamen, das wird wohl immer ein Rätsel bleiben.


ENDE

© 2020 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de



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