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Familie Maus - Ludwig und die erschreckende Entführung

Hier findet ihr die lustige Kindergeschichte von Ludwig, dem Sohn der Familie Maus und seiner überraschenden und erschreckenden Entführung. Es handelt sich dabei übrigens um die Fortsetzung von Ludwig und die teuflischen TraubenHinweis: Alle Geschichten wurden von mir selbst verfasst. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde die Kindergeschichte vorlesen und/oder ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!


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Familie Maus - Ludwig und die erschreckende Entführung

Irgendwie schien Ludwig immer noch zu schwanken. Dabei hatte er doch eigentlich seinen Rausch ausgeschlafen, den er sich am Vortag versehentlich eingehandelt hatte. Er war immer noch vollkommen k.o. und hatte sich nach dem Frühstück gleich nochmal in sein Bett gekuschelt. Es befand sich in einem großen Laubsack, in dem die Menschen altes Gras, Blätter und vieles mehr sammelten. Es war also wirklich ein richtig gemütliches Bett, in das er sich verkrochen hatte. Langsam öffnete er seine Augen. Nicht er schwankte, sondern sein Bett. Der ganze Laubsack schwankte und bewegte sich. Das konnte doch gar nicht sein.


Mit einem Mal war Ludwig hellwach. Einer der Menschen hatte den Sack in die Hand genommen und trug ihn nun durch die Gegend. „Oh weh“, dachte Ludwig, „das ist kein gutes Zeichen. Ich muss hier unbedingt schnell raus. Wer weiß wo er mich hinbringt und dann finde ich vielleicht nie mehr nach Hause.“ Er versuchte an der Innenseite hochzuklettern, doch durch das starke Schwanken purzelte er sofort wieder auf die Blätter. Dann gab es einen Ruck und der Sack wurde nach oben geschleudert und schlug hart auf, so dass Ludwig kräftig durchgeschüttelt wurde. Dann ging über ihm eine große Glasscheibe zu und er hörte wie der Mensch eine Tür auf und zu machte.


„Das muss das Auto der Menschen sein“, dachte Ludwig. „So ein Mist, jetzt ist es zu spät, um wegzulaufen. Hoffentlich fahren wir nicht so weit weg. Aber egal wohin, ich werde zurück nach Hause finden. Das verspreche ich euch, Laura, Leonie, Lisa, Mama und Papa, auch wenn ihr mich nicht hören könnt.“ Im nächsten Augenblick setzte sich das Auto schon in Bewegung und rollte aus der Einfahrt hinaus. Die kleine Maus hatte sich in Fahrtrichtung hingesetzt und versuchte sich so viel wie möglich zu merken, was ihr für den Heimweg helfen konnte.


„Wir sind nach links abgebogen, dann ein Stück bergab gefahren und wieder links abgebogen. Danach ging es noch ein Stück abwärts und dann wieder aufwärts und jetzt sind wir unter großen Bäumen hindurchgefahren, die über die Straße ragen. Dann kommt eine lange Kurve bergauf nach rechts, ein Stück geradeaus und nun hält das Auto wieder an“, ging Ludwig die Fahrstrecke in Gedanken durch. „Noch einmal abbiegen muss ich mir merken, diesmal nach rechts und noch weiter nach rechts und dann nach links, aber ganz langsam.“


Plötzlich hielt das Auto erneut an und der Mensch machte den Motor des Autos aus. Er stieg aus und holte den Laubsack aus seinem Kofferraum. Nach ein paar Schritten kippte er ihn an und schüttete Ludwig und alle Gartenabfälle auf eine Art riesigen Komposthaufen. Ludwig wusste gar nicht wie ihm geschah und sein lautes „Ahhhhhhhh“, hatte vermutlich auch niemand gehört. Der Mensch stieg wieder in sein Auto und fuhr davon. Mühsam krabbelte die kleine Maus aus dem Komposthaufen hinaus, blieb aber dennoch in Deckung. Das war auch gut so, denn schon kamen die nächsten Autos an und auch die Menschen daraus schütteten Laubsäcke ganz dicht neben ihm aus.


Als er sich einen Moment unbeobachtet fühlte, rannte Ludwig so schnell es ging über die Gartenabfälle hinweg, bis in eine entfernte Ecke, von der aus er das Treiben auf diesem großen Hof beobachten konnte. Es kamen noch viele Menschen in ihren Autos und luden allerlei Gartenabfälle dort ab, doch schließlich wurde das Hoftor geschlossen und kein Mensch war mehr zu sehen.


„Puh, das wäre wohl erstmal überstanden“, dachte sich Ludwig. „Was die Menschen so alles an wertvollen Dingen wegwerfen. Glas, Holz, alle möglichen Dinge aus Metall und all die Sachen, die sie Gartenabfälle nennen. Für die Menschen ist das sicher ein Abfallhof, aber für mich ist das ein richtiger Wertstoffhof.


Nun muss ich mir aber mal überlegen, wie ich wieder nach Hause komme. Mal sehen, dort vorne am Tor hat das Auto angehalten und ist nach rechts gefahren, das kommt hin. Aber was genau war vor dem Anhalten? Am besten laufe ich gleich mal zum Tor und schaue mir genauer an, was sich davor befindet.“ Er lief geschwind über den ganzen Platz und schlüpfte durch den Draht, aus dem das Tor bestand. Davor befand sich eine Straße und gerade als er nach links schauen wollte, hörte er ein lautes „Brumm, Brumm“ und ein Auto sauste an ihm vorbei. Ludwig erstarrte vor Schreck, sah sich im nächsten Moment jedoch trotzdem wieder vorsichtig nach links und rechts um.


Die Straße war im Moment frei, aber es dauerte nur wenige Sekunden und schon raste wieder ein Auto an ihm vorbei. Dann kam schon das Nächste und wieder eins, diesmal aus der anderen Richtung. Es war einfach viel zu gefährlich, hier an der Straße, aber er hatte inzwischen genug gesehen, um zu wissen, wohin er gehen musste.


„Das Auto ist vorhin nach rechts abgebogen, also muss ich zurück genau umgekehrt nach links, gehen“, sagte er zu sich selbst. „Da wir dann bergauf gefahren sind und die Straße in einer Kurve abwärts geht, ist das ganz sicher der richtige Rückweg. Zum Glück befindet sich neben der Straße ein ausgetrockneter Graben, den ich entlanglaufen kann. Da bin ich sicher.“ Nun lief Ludwig, so schnell er konnte, den Graben bergab entlang, bis er schließlich nach einer Weile die Bäume sah, deren Äste sich hoch über der Straße begegneten. Immer wieder fuhren Autos auf der Straße vorbei, aber als er die Bäume erreicht hatte, nahm er all seinen Mut zusammen und verschaffte sich, hinter einem dicken Baumstamm sitzend, einen Überblick.


„Okay, die Straße geht nun wieder bergauf und dann muss ich rechts, wieder bergauf und dann nochmal rechts, dann müsste ich wieder zu Hause sein“, kombinierte Ludwig. „Aber wie komme ich nur über diese gefährliche Straße, wenn ich später nach rechts muss? Es sein denn … - ich hab’s. Ich klettere auf den Baum, laufe über die Äste von diesem und dem Baum gegenüber und schon habe ich es geschafft.“ Gesagt, getan, rannte Ludwig schnell den Baumstamm hinauf und dann über einen langen Ast bis er mitten über der Straße war. Gerade in dem Moment, als er auf den Ast des anderen Baums hinüberlaufen wollte, erfasste ein starker Windstoß den Ast, so dass die kleine Maus den Halt verlor. Als Ludwig hinunterstürzte wurde ihm sofort schwarz vor Augen - aber nicht, weil er ohnmächtig wurde. Nein, er landete nur einen halben Meter unter dem Ast auf einem großen, schwarzen LKW.


„Autsch!“, rief er laut aus, als er mit der Nase auf der LKW Plane landete. „Heute ist sicher nicht mein Glückstag“, dachte er und krallte sich fest, „oder vielleicht doch? Er hätte auch auf die Straße stürzen können und dann wäre er sicher mausetot gewesen. Aber wohin würde er wohl nun wieder entführt werden? Der LKW war aus der anderen Richtung gekommen, also vom Wertstoffhof, ein Stück bergauf gefahren und dann rechts abgebogen. Nur ein paar Sekunden später hielt er an und die Menschen stiegen aus und gingen in ein Haus.


„Das gibt’s doch gar nicht“, dachte sich Ludwig und rieb sich die Augen. „Der LKW ist genau in die richtige Richtung gefahren, denn dort hinten ist ja das Haus unserer Menschen und davor der Garten mit der Gartenhütte.“ Schnell lief er kopfüber an einer Ecke des Lastwagens die Plane hinab, über den Gehsteig und rannte dann über Stock und Stein quer über das Feld, bis hin zur Gartenhütte. „Mama, Papa, Laura, Leonie, Lisa, wo seid ihr? Ich bin wieder zu Hause“, rief er, doch niemand antwortete.


Ludwig drehte sich um und spähte durch den Garten. Da sah er sie, doch bei ihrem Anblick stockte ihm der Atem und seine Beine fingen an zu zittern. Seine ganze Familie stand in eine Ecke gedrängt an der Hauswand und wusste nicht wohin, denn vor ihnen stand ein großer böser Kater.


Aber das ist eine andere Geschichte.


ENDE

© 2022 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de


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