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Familie Maus - Ludwig und die teuflischen Trauben - Eine lustige Kindergeschichte

Hier findet ihr die lustige Kindergeschichte von Ludwig, dem Sohn der Familie Maus und seiner ungewöhnlichen Erfahrung mit Trauben. Es handelt sich dabei übrigens um die Fortsetzung von Ludwig und die coole ColaHinweis: Alle Geschichten wurden von mir selbst verfasst. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von mir genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde die Kindergeschichte vorlesen und/oder ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!


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Familie Maus - Ludwig und die teuflischen Trauben

Da lag er nun im Komposthaufen und ruhte sich aus. Ludwig war nach seinem Erlebnis mit der coolen Cola immer noch vollkommen erschöpft, merkte aber wie sein Magen immer lauter knurrte, so dass er schon Angst hatte, dass es sogar die Nachbarskatze hören konnte. Aber zum Glück gab es hier im Komposthaufen genug zu essen für ihn. Mama hatte ihm immer gesagt, dass Obst gesund ist und etwas Gesundes konnte er nun sicher gebrauchen.


Er lief hinüber zu der Stelle, an der die Trauben lagen. Davon fand er nur selten welche, da sie hier nirgendwo an Bäumen oder Sträuchern wuchsen. Aber manchmal ließen die Menschen eine davon fallen oder warfen sie auf ihren Komposthaufen. „Wie kann man nur so leckere Trauben wegwerfen“, dachte sich Ludwig. Aber für ihn war das natürlich gut, denn hier lagen heute ganz viele davon herum. Vielleicht konnte er ja mit der ganzen Familie noch einmal herkommen und ein paar davon nach Hause rollen.


Sein Magen knurrte erneut und erinnerte ihn daran, dass er doch selbst erst einmal etwas essen sollte. Ludwig beugte sich über die erste Traube, die genauso groß wie sein Kopf war und biss in ihre schon etwas schwabbelige Haut. Mit großen Bissen begann er das Fruchtfleisch der Traube zu essen. Es schmeckte angenehm süß, obwohl er irgendwie das Gefühl hatte als hätten die letzten Trauben anders geschmeckt. Diese Traube gehörte wohl zu einer ganz besonderen Sorte, denn sie hatte einen leicht bitteren Nachgeschmack. Ludwig war das jedoch egal. Er verspeiste die ganze Traube und ließ nur die Haut liegen. Dann nahm er sich die Nächste vor, die jedoch nur halb so groß war. Auch diese verputzte er bis auf die Haut, auch wenn diese auch diesen leicht bitteren Nachgeschmack hatte.


Nun war er aber erstmal satt und konnte sich auf den Weg nach Hause in die Gartenhütte machen. Er kletterte vom Komposthaufen herunter, wobei er jedoch scheinbar nicht richtig aufpasste, denn das letzte Stück purzelte er hinunter. Unten angekommen schüttelte er sich zunächst etwas. „Was war das denn?“, fragte er sich. „Wieso bin ich denn eben heruntergepurzelt und warum ist mir plötzlich so schwindelig im Kopf?“


Ludwig stellte sich auf die Hinterpfoten, um sich noch einmal genau umzusehen an welcher Seite des Komposthaufens er angekommen war. „Okay, ich stehe nun an der rechten Seite vor dem Komposthaufen und muss ein Stück geradeaus, am Gartenteich vorbei und dann rechts an den Rosen vorbei, dann komme ich direkt nach Hause.“ Aber auf den Hinterpfoten zu stehen war gerade keine so gute Idee. Puh, ihm war ganz schön schwindelig und schnell ließ er sich wieder auf alle vier Pfoten fallen.


„Was ist denn nur mit der Wiese unter meinen Pfoten los“, dachte er, „die scheint sich zu bewegen.“ Aber das war noch nicht alles, denn plötzlich sah er alles ganz verschwommen und ihm wurde zum zweiten Mal heute ganz heiß. „Papa, Papa, da bist Du ja“, rief Ludwig plötzlich. „Aba sei vosischtisch, der Bodn bewegt sisch“, lallte Ludwig. „Und warum gibs Dich gleich doppelt? Das sieht ja lustisch aus. Hi, hi, hi.“


„Ludwig, was ist denn mit Dir passiert?“, fragte Papa Maus, der seinen Sohn gerade entdeckt hatte „und warum sprichst Du so seltsam? Ist alles in Ordnung?“ „Hi, hi, hi“, kicherte Ludwig, „Alles is supa, aba Du siehst so luschtisch aus. Seit wann has Du denn swei Köpfe? Oh, jez schwangd der Bodn schon wieda.“ 


Papa Maus hatte einen Verdacht. Nachdem Ludwig schon eine Weile weg gewesen war, hatte er ihn im Garten gesucht und ihn schließlich am Fuße des Komposthaufens gefunden. Ludwig hatte sich auf die Hinterpfoten gestellt, als er mit ihm geredet hatte und dabei doch sehr geschwankt. Außerdem roch er sehr ungewöhnlich aus seiner kleinen Schnauze, die noch voller Glibber war.


„Was hast Du denn zuletzt gegessen Ludwig“, fragte Papa Maus.


„Eine Raube.“


„Was?“


„Eine Raube. Ich meine eine Traube. Und noch eine, also swei Traubn.“


„Hast Du die auf dem Komposthaufen gefunden?“


„Jawoll.“


„Und haben die anders geschmeckt als sonst?“


„Bischen. Nur ein klitzekleines bischen bitta, aba sons warn die supa. Mags Du au eine Papa?“


„Nein danke, Ludwig. Wir gehen jetzt schön nach Hause und Du schläfst Deinen Rausch aus. Du bist nämlich betrunken.“


„Aba isch hab doch nix getrunkn, nua gegessn.“


„Das glaube ich Dir, Ludwig, aber diese Trauben lagen dort schon zu lange und nach einer Weile bildet sich darin Alkohol und davon bist Du betrunken. Deshalb siehst Du mich auch doppelt und schwankst hin und her.“


„Aba ich schwange doch ganich.“ Ludwig begann zu flüstern: „Das is der Bodn Papsi, der bewegt sich. Das is richtig unheimlich.“


„Na komm, dann klettere langsam auf meinen Rücken und halte Dich gut fest, damit Du auf dem schwankenden Boden nicht umfällst.“


„Papsilein, das is ne supa Idee“, lallte Ludwig und so machte sich Papa Maus mit ihm auf dem Rücken auf den Weg nach Hause. Als sie dort ankamen wartete Mama Maus schon ganz besorgt. „Was ist denn passiert“, fragte sie. „Ludwig hat verdorbene Trauben gegessen und nun ist er betrunken“, sagte Papa Maus. „Oh weh, da wird er morgen einen ganz schönen Brummschädel haben“, sagte Mama. „Hallo Mamilein, ich hab Dich ja sooooo lieb“, lallte Ludwig, „aber ich muss jez ers mal in mein Bett.“ Er stolperte noch ein paar Schritte vorwärts, fiel auf sein Bett und war sofort eingeschlafen.


Am nächsten Morgen erwachte Ludwig mit höllischen Kopfschmerzen. Als er langsam wieder zu sich kam, begann er sich zu erinnern was geschehen war. „Guten Morgen, Ludwig,“ sagte Mama, wie geht es Dir?“ „Bitte sprich nicht so laut Mama“, sagte Ludwig. „Ich habe das Gefühl mein Kopf platzt gleich. Das war gestern wirklich nicht mein Tag. Erst habe ich ein süßes, braunes Getränk getrunken und bin wie wild durch den Garten gerannt und dann habe ich Trauben gegessen, die ja so gesund sein sollen.“


„Na da hast Du ja wirklich Pech gehabt“, sagte Papa Maus, der gerade hereingekommen war und Ludwigs Erzählung gehört hatte. „Das was Du getrunken hast, das war Cola. Das ist ein richtiges Aufputschmittel, vor allem, wenn man zu viel davon trinkt. Die Trauben sind dagegen wirklich gesund, aber wenn sie schon zu lange in der Sonne gelegen haben, dann schmecken sie etwas bitter und enthalten Alkohol. Der ist weder gesund, noch bekommt er einem gut.“


„Das habe ich gemerkt“, sagte Ludwig. „Bei Cola werde ich in Zukunft sehr vorsichtig sein und ich verspreche euch, dass ich keine teuflischen Trauben mehr essen und auch nie mehr sonst etwas mit Alkohol essen oder trinken werde. Es ist wirklich nicht schön, wenn man alles verschwommen und sogar doppelt sieht, der Boden sich bewegt und man am nächsten Tag denkt, dass einem der Kopf platzen könnte vor lauter Kopfschmerzen.“


So hatte Ludwig also wirklich etwas gelernt und Mama und Papa hatten das Gefühl, dass er seit heute etwas erwachsener geworden war.


 

ENDE

© 2021 Guido Lehmann / Geschichten-fuer-Kinder.de


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